Europameisterschaften im Para Kegeln der Sektion Classic

Vom 15. bis 24. Mai 2026 veranstaltete der internationale Sportverband für Blinde und Sehbehinderte (IBSA) die 25. Europameisterschaften im Para Kegeln der Sektion Classic. Austragungsort war in diesem Jahr das polnische Sierakow. Deutschland war hierbei durch zwei Sportler:innen des Magdeburger SV 90 e. V. und einem Sportler von der SG Rot-Weiß Neuenhagen vertreten.

Da der Deutsche Behindertensportverband (DBS-NPC) keine Unterstützung mehr für diese Sportart leistet, hatten sich nur drei Aktive für die Teilnahme an der EM entschlossen und hofften auf gute Ergebnisse sowie auch auf die eine oder andere Medaille.

Als erster deutscher Starter ging Tilo Behrendt  im neugeschaffenen Sprintwettbewerb auf die Bahn und konnte im Vorkampf mit 125 Holz nur den zehnten Rang belegen. Gabriele Behrendt gelang hier ein besserer Start und wurde in der Damenkonkurrenz mit 162 Holz Sechste nach der Vorrunde, konnte aber im Viertelfinale ihre Kontrahentin nicht bezwingen und schied aus. Das Ergebnis ist für sie dennoch sehr gut, da sie nach einem Oberarmbruch erst kurze Zeit wieder im Training steht.
Bei den Vorkämpfen für die Kombinations- und Singlewertung konnte Gabriele Behrendt auf zwei Bahnen sehr gut mithalten, schaffte dieses aber konditionell nicht über alle vier Bahnen und wurde mit 646 Holz Achte in der Gruppe der praktisch blinden Damen.
In der Gruppe der blinden Herren erzielte Tilo Behrendt 567 Holz im Vorkampf und konnte als Vierter in die Finalrunde einziehen. Leider gelang es ihm im Finale nicht, die nötigen Hölzer zu Fall zu bringen. Er wurde in der Single-Wertung mit 536 Holz Sechster und in der Kombinationswertung mit 1.103 Holz Fünfter.

Der Neuenhagener Roland Bartelt wurde leider ein Opfer der sehr strengen Klassifikationsuntersuchung und war einer von sieben Sportlern die leider nicht starten durften obwohl sie nur hauchdünn über dem geforderten Bereich ihrer Wettkampfklassen lagen. Es ist hierbei nicht zu verstehen, dass nicht zu Gunsten der Sportler entschieden wird, wenn diese Untersuchungen erst vor Ort durchgeführt werden und somit Kosten für die Sportler entstehen, ohne dass sie starten dürfen.

Für die Zukunft dieser, bei Blinden und Sehbehinderten sehr beliebten Sportart, ist für Deutschland nur zu hoffen, dass der Deutsche Behindertensportverband (DBS-NPC) seine Entscheidung diese Sportart nicht mehr zu unterstützen überdenkt und eine weitere Förderung wieder möglich machen kann.
Text: Tilo Behrendt

 

 

Die drei Starterinnen des DBS bei der EM Para Kegeln 2026: Gabriele Behrendt, Tilo Behrend und Roland Bartelt (v. l.)

Foto: privat