Abend und TalentTag mit Janis McDavid zu Inklusion und Para Sport

(BSSA, 12.04.2026) „Mach Unmögliches möglich“, unter diesem Titel sprach Motivationstrainer, Speaker, Para Schwimmer und Autor Janis McDavid am Freitagabend in Halle vor knapp 200 Gästen aus den Reihen der Veranstalter Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Sachsen-Anhalt e. V. (BSSA), BG Klinikum Bergmannstrost Halle und Universitätssportverein Halle e. V. (USV Halle) sowie vor Gästen aus Politik, Wirtschaft und Sport.

McDavid, der ohne Arme und ohne Beine geboren wurde, beschrieb seinen Weg. Er lernte, sich so anzunehmen, wie er ist. Er lernte, seine Grenzen – nicht nur körperliche, vielmehr die im Kopf – zu überwinden und Teilhabe einzufordern.
Aus seiner Sicht braucht man dazu Mut zu starten, sich selbst und anderen etwas zuzutrauen und nach neuen Ideen zu suchen, neue Wege zu gehen. Das belegte der 34-Jährige mit verschiedenen Episoden aus seinem Leben. So wurde ihm zunächst verwehrt, einen Rennwagen über den Hockenheimring zu steuern, da Janis nicht in der vorgeschriebenen Sicherheitszeit aus dem Auto rauskäme. Janis trainierte intensiv – und er schaffte es in der vorgeschriebenen Zeit und durfte fahren.

An seinen Vortrag schloss sich eine Podiumsdiskussion an. Moderiert von Stefan Bernschein tauschten sich neben Janis McDavid, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze, Para Kanutin und Bronzemedaillengewinnerin der Paralympics Paris 2024 Anja Adler, Bergmannstrost-Geschäftsführer Thomas Hagdorn und der Vorstandvorsitzende des Landessportbundes Sachsen-Anhalt Christian Schreiber zu Teilhabe im Alltag, im Sport und in der Gesellschaft aus. Unter anderem ging es in der Diskussion um die Fragen, wer kann welche Möglichkeiten schaffen, damit Inklusion als Normalität, als Selbstverständlichkeit im Alltag gilt?
Gerade in Zeiten begrenzter, vor allem finanzieller, Mittel gelte es, nicht einfach in Fußstapfen zu treten, sondern nach neuen Möglichkeiten, neuen Wegen zu suchen, um Barrieren, gerade im Kopf, abzubauen.
Um dies zu erreichen – da waren sich die Diskussionsteilnehmenden einig – muss ein intensiveres gesellschaftliches Verständnis und Miteinander auf allen Ebenen, vom Land bis hin zu Vereinen und jedem persönlich weiterwachsen. Besonders ein auf Zukunft ausgerichteter effizienter Umgang mit vorhandenen Mitteln und Abbau von ausbremsender Bürokratie seien wichtig. Statt zu jammern, gelte es Chancen zu suchen und wahrzunehmen, das sei ein wichtiger Motivationsfaktor für Menschen mit und ohne Behinderung. Bei allen anstehenden Herausforderungen wurde auch herausgearbeitet, dass in Sachsen-Anhalt bereits viel erreicht wurde, auf dem sich aufzubauen lässt. Janis McDavid ist überzeugt, dass Barrierefreiheit zu 100 Prozent möglich sein wird. Es heißt, stets dranzubleiben, um Widerstände zu überwinden.

Janis McDavid ließ seinen Worten am Samstagvormittag in der halleschen Robert-Koch-Schwimmhalle direkt Taten folgen.
Im Rahmen des aktuellen BSSA-Projektes Inklusiver Para Sport im Süden, das sich seit Beginn des Jahres auf die Stadt Halle, den Saalekreis und den Burgenlandkreis konzentriert, absolvierte er gemeinsam mit der nächsten Generation Para Sportler:innen einige Trainingseinheiten. Kinder und Jugendliche aus dem südlichen Saalekreis und sogar aus Wittenberg waren der Einladung zum TalentTag Para Schwimmen gefolgt. BSSA-Schwimmtrainerin Karin Seifert (USV) vermittelte ihnen, ihren individuellen Voraussetzungen entsprechend, Grundlagen des Schwimmsports. So konnte beispielsweise ein Mädchen ihre Angst vorm Springen ins Wasser überwinden. Eine andere junge Sportlerin schloss sich spontan den Trainingseinheiten der Para Schwimmgruppe des USV mit Janis McDavid an. Die Kids waren bei diesem TalentTag mit viel Spaß dabei. Ihre Eltern bewerteten diese Chance des TalentTages als hilfreich und motivierend.
Projektleiter Jens Sauerbier, Mitarbeitender der BSSA-Geschäftsstelle und aktiver Nationalspieler Rollstuhlrugby, zog ebenso eine positive Bilanz.

„Sicher hätte ich mir noch mehr interessierte Kinder mit ihren Eltern gewünscht, doch daran arbeiten wir ja. Entsprechend der Gespräche mit den Eltern suche und vermittle ich nun Kontakte zu BSSA-Vereinen im jeweiligen Umfeld. Gleichzeitig geht es darum, weitere Vereine zu gewinnen, die Para Sport anzubieten, um Sporttalenten eine Chance zu geben“, fasste Sauerbier diesen Vormittag zusammen.

 

 

Podiumsdiskussion mit Sven Schulze, Thomas Hagdorn, Stefan Bernschein, Janis McDavid, Anja Adler und Christian Schreiber (v. r.)

Foto: Ronny Götter